Technologischer Fortschritt und sich stetig verändernde Konsumententrends sind eine Herausforderung, durch die dem Kunden ständig Innovationen und Neuheiten angeboten werden müssen. Die Art und Weise, wie Einzelhändler diesen Wandel handhaben, wird der wichtigste Erfolgsfaktor.

Einzelhändler werden so vor eine doppelte Aufgabe gestellt: einerseits gilt es die Zukunft zu antizipieren und auf die Gegenwart zu reagieren, andererseits muss eine Balance zwischen langfristiger strategischer Planung und kurzfristigen taktischen Lösungen gefunden werden. Während langfristige Planung von entscheidender Bedeutung ist, können kurzfristige Ereignisse diese oft auf die lange Bank schieben.

Die Coronavirus-Epidemie stellt klar ein solches bisher nicht vorhergesehenes Ereignis dar und hat den Lebensmitteleinzelhandel in einen taktischen Schnellgang von Reaktionen versetzt, um kriegsähnliche Notfallmaßnahmen bewältigen zu können. Zum ersten Mal seitdem wir heute denken können, sind Sicherheit und Hygiene – zumindest in Europa – von größter Bedeutung für Kunden als auch das Personal geworden. Abgeteilte Kassen, Abstandsmarkierungen, Desinfektion von Einkaufswägen und ein kontrollierter Zutritt in das Geschäft — diese und weitere Maßnahmen wurden innerhalb weniger Tage überall in landesweiten Filialen implementiert. Dies bezeugt die eindrucksvolle Fähigkeit der Einzelhändler und ihrer Mitarbeiter, mit großer Agilität und Mut handeln zu können, wenn es gefordert wird.

Während die jetzige Ausnahmesituation im Mittelpunkt steht, wird aber irgendwann auch wieder vorübergehen. Für die vor uns liegende Zeit, müssen Einzelhändler dann weiterhin darüber nachdenken, wie sie den Wandel in einer Zukunft bewältigen können, die nicht so klar zu erkennen ist.

Wandel ist nicht neu, aber die Art des Wandels hat sich, na ja… geändert. Das zunehmende Tempo des kulturellen, gesellschaftlichen und technologischen Wandels setzt die Einzelhändler zunehmend unter Druck, ihr Angebot und ihre Kundenerfahrung zu flexibilisieren. Für Einzelhändler mit physischen Läden besteht kein Zweifel darin, dass die Veränderung auf der Verkaufsfläche stattfinden muss, denn dort wird ein Wandel immer zuerst spürbar (Stichpunkt leere Regale in den ersten Tagen der Krise durch Hamsterkäufe).

Ob es sich um strategische, saisonale oder tägliche Sortimentsveränderungen handelt oder um die Umsetzung neuer Sicherheits- und Hygienemaßnahmen: wie können sich Einzelhändler am besten für das Jetzt, den Morgen und die Zukunft vorbereiten?

In einem etwas fragwürdigen Moment der Geschichte machte Donald Rumsfeld eine recht tiefgründige Aussage über das „bekannte Bekannte …und die unbekannte Unbekannte“ — also das bekannte Wissen und die große Unbekannte darin. Wir wissen, dass Menschen morgens frühstücken, also können wir uns im Handel entsprechend darauf vorbereiten. Aber wir wissen nicht, was der nächste große Ernährungstrend sein wird; darüber können wir nur spekulieren. Dies zeigt ein wenig die Komplexität, mit der die Einzelhändler bei der Bewältigung des Wandels konfrontiert sind.

Die meisten Einzelhändler sind ausreichend in der Lage, Änderungen an ihren Geschäften vorzunehmen. Die wichtigste Frage bleibt jedoch, ob sie die richtigen Entscheidungen treffen und ob sie zum richtigen Zeitpunkt und auf kosteneffiziente Weise auf die Entscheidung reagieren. Was kann also getan werden?

Während eine starke, langfristige Vision wichtig ist, ist es dennoch entscheidend, Lösungen auf Filialebene zu finden, die ein agiles Testen und Lernen für kurze- und mittelfristige Veränderungen ermöglicht.

Ein kontinuierlich flexibles Konzept innerhalb des Geschäfts erfordert aber auch ein Umdenken über Investitionen und das generelle Erscheinungsbild des Geschäftes. Wenn Sie für zukünftige Bedürfnisse Ihre Verkaufsfläche schnell umgestalten müssen, um zum Beispiel die Lebensmittelabteilung in den Non-Food-Bereich zu verlagern, gewinnen Lösungen an Priorität, die solche Umbauten flexibel ermöglichen.

Diese Flexibilität kommt ebenso ins Spiel, wenn beispielsweise Ihre Verkaufsfläche etwa leicht umgebaut werden kann, um morgens Lebensmittel und Angebote für das Frühstück und abends Gerichte und Aktionen für das Abendessen anzubieten. Kunden nehmen eine solche Anpassung als Gewinn für den Moment wahr, für etwas das ihnen zu eben dieser Zeit relevant erscheint.

Auch wenn wir nur gerade mit einer leicht verschwommenen Vorstellungskraft über die gegenwärtige Krise hinaus nach vorne blicken können, dann wird klar das eine Ungewissheit vor uns liegt und wir diese lernen müssen zu bewältigen. Diese Ungewissheit erinnert uns daran, wie wichtig es ist, flexibel und bereit für das Bekannte wie auch für das Unbekannte zu bleiben und mit Lösungen auf der Verkaufsfläche dafür zu rüsten.

#strongertogether